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Komm, mein schöner Engel
Sommertheater auf der Oberburg Giebichenstein
Unzählige Plakate, Flyer und Aufkleber zieren
seit Wochen die Stadt. "Meinst Du, Du gefällst mir?" oder "Nun, wem bist Du
in diesem Moment untreu?" ist darauf zu lesen. Hinter dieser ungewöhnlichen
Werbekampagne stehen die Schauspieler des Vereins SCHAUSTELLE, die so für
ihr diesjähriges Sommertheater "Reigen" von Arthur Schnitzler werben. In
zehn rasanten und komischen Szenen ziehen vier Darsteller in zehn Rollen
alle Register. Sie flirten, schmollen, bitten und lügen in dem Lustspiel,
welches seinen Namen wahrlich verdient hat. So anstößig war es gewesen, daß
die Berliner Staatsanwaltschaft es 1904 verboten hatte. Nachdem es bei
Theater-aufführungen in Berlin und Wien 1921 zu Ausschreitungen kam, bat
Schnitzler seinen Verlag, der die Rechte besaß, keine weiteren Aufführungen
zu genehmigen. Erst 1982 durfte es wieder aufgeführt werden. Der Autor
selber resümierte: "geschrieben habe ich den ganzen Winter über nichts als
eine Szenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, literarisch auch nicht viel
heißt, aber nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Teil unserer
Kultur eigentümlich beleuchten würde". |
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